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Am Reisfeld

Kerala

Reisebericht über meine Ausbildungsreise in Kerala/ Südindien

Jetzt, wo ich gerade auf einer Bank an der Ruhr sitze und die Frühlingssonne mich wärmt, schweifen meine Gedanken an eine Zeit in meinem Leben, die sehr prägend für meine jetzige Zukunft war.

Nachdem ich mich sehr lange auf diese Reise vorbereitet habe, verkaufte oder verschenkte ich all mein Hab und Gut und machte mich auf den Weg nach Südindien, wo ich die Lehren des Ayurveda ( die Wissenschaft des langen Lebens ) direkt an der Quelle ihrer Entstehung zu entdecken und zu lernen suchte.

Obwohl es mir nicht leicht fiel, meine mittlerweile schon erwachsenen Kinder, geliebte Menschen und Freunde für eine längere Zeit zurückzulassen, folgte ich dem Ruf meines Herzens.

Nach einer aufwendigen, zeitweise auch ungewöhnlichen Reise, stand ich endlich in Trivandrum, der Hauptstadt Keralas , einer für mich bisher völlig fremden Welt. Farbenfreudig und mich als Exot betrachtend, umgaben mich viele Menschen und trotz alledem , fühlte ich mich wohl und auch ein wenig zuhause. Nachdem sich meine erste Aufregung gelegt hatte, fand ich meine Kontaktperson, die mich an den Ort meines Zieles brachte. Jetzt erreichte ich endlich das ayurvedische Kurzentrum Sree Sankara Gardens, etwa 1500 Meter hoch in atemberaubender Natur im tropischen Bergwald Keralas. Nachdem mir ein Zimmer zugeteilt wurde, begann ein Rundgang, der mich auch im nachhinein noch angenehm berührt. Kleine flinke, in Saris gekleidete Inderinnen, umsorgten mich und die, aus der ganzen Welt angereisten Patienten liebevoll, welche dort in Kerala hofften, dass zu finden, was europäische Wellnesstempel und Schulmediziner nicht erreicht haben. Alleine die Ausstrahlung der lächelnden Gesichter und die Hilfsbreitschaft der Einheimischen, war wohl schon ein Teil der erfolgreichen Ayurveda - Kur.
...und wenn ich nach einiger Zeit dort morgens ins nahegelegene Dorf ging, umgaben mich spielende Kinder , die mir ganz rührend kleine Blumen entgegenstreckten. Auch wenn ich die ersten 3 Monate noch nicht massieren durfte, war der Tag angefüllt mit Lernen, Zuschauen und intensivem Unterricht. Den verbleibenden Rest, der mir zur Verfügung stehenden Zeit des Tages, verbrachte ich überwiegend mit intensiven Gesprächen und der Betreuung der anwesenden Patienten. Die Freude und die Zufriedenheit, die mein Leben in Indien bereicherte, empfinde ich auch heute noch. Die Kenntnisse und Vermittlung der in Indien arbeitenden Ärtze und Yogalehrer ermöglichten es mir, nach einiger Zeit selbständig die hausinternen Yoga-Kurse anzuleiten. Arbeitsmethoden, Techniken sowie spezielle tradionelle Behandlungen und erst recht Erlebnisse und Situationen mit den dort lebenden Menschen, waren eine Erfahrung, von der ich heute noch zehre.

Die Zeit meines Aufenthaltes in Indien, in der ich mich sehr wohl fühlte, veranlasste mich trotzdem durch mein grosses Heimatgefühl,gerne wieder nach Neheim zurückzukommen, in der auch schon mein Urgrossvater Gustav Kosanke vor langer Zeit als Polizist mit Stock und Pickelhaube für die Neheimer Bürger tätig war.

Christa Maria Kosanke